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Krisen-Gewinner: 20 Minuten, SRF und Regionalzeitungen

Zürich, 9. April 2020 Die aktuellen Krisenzeiten wirken sich nicht nur auf unser generelles Informationsbedürfnis aus, durch den Appell des Bundesrates, den Covid19-Virus durch Selbstquarantäne und Kontaktreduktion zu bekämpfen, gewinnt der Medienkonsum auch zum Zeitvertreib in den eigenen vier Wänden stärker an Gewicht. Danach befragt, welche Medienkanäle von Herrn und Frau Schweizer jetzt im Vergleich zu «vor Corona» häufiger genutzt werden, dürfen sich klar das öffentlich-rechtliche Fernsehen, Online-Zeitungen und die sozialen Medien zu den Gewinnern zählen. Beim Ranking von 39 TV-, Radio-, Zeitungs- und Zeitschriftenmarken, stehen 20 Minuten, SRF1 und SRF Info auf dem Siegertreppchen, gefolgt von Regionalzeitungen insgesamt, dem Migros Magazin und der Coop Zeitung. Die repräsentative Online-Studie «Corona und Mediennutzung» der unabhängigen Marktforscherin Ursula Kaspar, bei 761 Personen zwischen 14 und 69 Jahren in der Deutschschweiz beleuchtet dies. 

In Krisenzeiten haben es die Werbe- und Medienbranche schwer, werden in diesen Bereichen die Budgets doch schon fast reflexartig als erste gekürzt. Die aktuelle Studie «Corona und Mediennutzung» zeigt auf, weshalb sich antizyklische Werbung dieser Tage lohnt, verzeichnen verschiedene Kanäle und Medienmarken seit Corona doch einen deutlichen Nutzungszuwachs.

Online-Medien und TV top 

Betrachten wir, welche Kommunikationskanäle während der Krise netto häufiger genutzt werden (Nettowert Top-2-Box «häufiger» 53% minus Bottom-2-Box «seltener/nicht mehr» 9%), stehen Zeitungen online, die durch insgesamt 44% der Bevölkerung häufiger genutzt werden als vor der Krise, ganz oben auf dem Siegertreppchen. Den zweiten Rang belegt das öffentlich-rechtliche Fernsehen (SRF), welches von netto 43% häufiger geschaut wird vor den sozialen Medien (34%), unspezifischem Surfen im Netz (24%), Radio und Streamingdiensten (je 18%) und Privatfernsehen (12%), Zeitschriften (7%) und Papierzeitungen (4%). Adressierte Werbung (-8%) und unadressierte Werbung (-13%) finden zurzeit netto weniger Beachtung.

24 Medienmarken zum Teil deutlich häufiger konsumiert als vor Corona

Von 39 abgefragten Medienmarken werden 24 Marken während der Krise deutlich häufiger konsumiert als vor der Krise. Spitzenreiter – von 37% der Bevölkerung netto häufiger genutzt – ist SRF1 vor 20 Minuten (35%) und SRF Info (30%). Regionalzeitungen (20%), das Migros Magazin (16%), die Coop Zeitung, SRF2 und Blick (je 15%), RTL (14%), Pro 7 (13%), verschiedene Regional-TV-Stationen sowie Radio SRF3 (je 12%), Radio SRF1 (11%) und Lokalradios (10%) legten am meisten zu.

Einen etwas geringeren Nettozuwachs zeigen Sat 1 (9%), VOX (8%), Lokalzeitungen und der Tagesanzeiger (je 6%), 3+ (5%), Watson (4%), Energy (3%), NZZ und K-Tipp (je 2%) sowie der Beobachter (1%).

Die repräsentative Studie «Corona und Mediennutzung» wurde durch die unabhängige Marktforscherin Ursula Kaspar bei 761 Personen zwischen 14 und 69 Jahren der Deutschschweiz durchgeführt. Die Interviews wurden zwischen dem 31. März und 7. April 2020 über das ISO26362-zertifizierte Online-Panel Gapfish mittel CAWI-Interviews erhoben. Der maximale Fehlerbereich des Stichprobenfehlers beträgt +/- 3.1%. 

Der unsichtbare Steuermann im Kopf

Wissenschaftler gehen davon aus, dass 90 bis 95% aller Entscheidungen in jenen unbewussten Bereichen unseres Gehirns getroffen werden, die massgeblich für die Bewertung von Situationen und Verarbeitung von Emotionen verantwortlich sind. Um Kunden besser zu verstehen, ist es deshalb unabdingbar, die neuronalen Vorgänge zu kennen, die einen Kauf auslösen können.

Schweizer fürchten, dass ihre Liebsten krank werden

Rund 60 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer fürchten sich besonders davor, dass Personen aus dem Familien- und Freundeskreis an Covid-19 erkranken. Die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen steht hingegen nicht zuoberst auf der Sorgenliste. Das zeigt eine Umfrage von Anfang April 2020 der Marktforscherin Ursula Kaspar zum Thema «Corona und Wirtschaft».

Wie die Coronakrise das Informationsverhalten beeinflusst

Die Covid-19 Krise wirkte sich signifikant auf das Informationsverhalten der Schweizerinnen und Schweizer aus. Zu den Gewinnern durften sich SRF, Online- und soziale Medien zählen. Für Bezahlmedien wurde das Klima hingegen deutlich rauer. Denn nicht nur wurde der Zeitungskauf am Kiosk während des Lockdowns für unser Unterbewusstsein zum Stressfaktor, auch ein Paywall führt zu negativen Gefühlen, die einen Kauf erschweren. Das zeigt eine Umfrage von Anfang April 2020 des Instituts für limbische Kommunikation zum Thema «Corona und Wirtschaft».

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